Mixtape

Accept: Too Mean To Die

Accept machen das, was sie machen, nicht nur gut, sondern nahezu perfekt, zumindest seit sie mit Mark Tornillo 2009 einen Neustart begannen, der nahtlos an die glorreichen 80er Jahre ankünpft. Und so setzen sie mit „Too Mean To Die“ erneut ein Statement mit dickem Ausrufezeichen.

Accept waren Mit­te der 1980er Jah­re für mich, neben den Grö­ßen der New Wave Of Bri­tish Hea­vy Metal, mit die ers­ten, mit denen ich musi­ka­lisch sozia­li­siert wor­den bin. Und mei­ne Her­ren, was waren da für Mons­ter­al­ben dabei! »Rest­less And Wild« (1982), »Balls To The Wall« (1983), »Metal Heart« (1985) und »Rus­si­an Rou­let­te« (1986) habe ich damals stän­dig rauf und run­ter gehört. Nach dem Weg­gang von Udo Dirkschnei­der ver­lor ich dann schnell das Inter­es­se, da es musi­ka­lisch eher durch­schnitt­lich wur­de. Ein­ge­weih­te ken­nen die Sto­ry, die Dir­schnei­der stets zum Bes­ten gibt, wenn man ihn danach fragt: Er setz­te die musi­ka­li­schen Maß­stä­be, die Accept zu set­zen pfleg­te, mit sei­nem Solo­pro­jekt U.D.O. fort, wäh­rend Accept sich nach dem Flop »Eat The Heat« auflösten.

Die (ers­te) Wie­der­ver­ei­ni­gung 1993 habe ich zwar mit­be­kom­men, aber ver­gleichs­wei­se unin­ter­es­siert ver­folgt. Ach, die 1990er Jah­re waren für ech­te Metal­heads oder die, die sich dafür hiel­ten, schon ein eher zwie­späl­ti­ges Jahr­zehnt. Inso­fern hät­te die Reuni­on von Accept mit den in der Zeit erschie­nen drei Alben ein ech­ter Licht­blick sein kön­nen, ja viel­leicht müs­sen. Aber irgend­wie zün­de­ten die nicht so recht bei mir. Wahr­schein­lich war dar­an mein zwi­schen­zeit­li­cher Prog-Metal-Trip schuld. Kei­ne Ahnung, was mich da gerit­ten hat­te, so aus der Retro­spek­ti­ve betrachtet.

So rich­tig zurück ins Zen­trum mei­ner Auf­merk­sam­keit tra­ten Accept dann erst wie­der 2010 mit „Blood Of The Nati­ons“ und einem neu­en Mann am Mikro: Mark Tor­nil­lo. End­lich besan­nen sich die Her­ren wie­der auf das, was Accept so stark und ein­zig­ar­tig gemacht hat­ten: Gitar­ren­riffs, wie aus Edel­stahl geschmie­det, hym­nen­haf­te Refrains, die knapp am Kli­schee vor­bei­schram­men, schnör­kel­lo­se Songs in Nackenbrechermanier.

Mit »Too Mean To Die« ver­öf­fent­li­chen Accept Ende Janu­ar 2021 nun schon das fünf­te Album mit Tor­nil­lo und was soll ich sagen? Es setzt all das fort, wofür Accept seit 2010 end­lich wie­der ste­hen. Dass mit dem bal­la­des­ken „The Best Is Yet To Come“ und dem viel­leicht dann doch etwas zu kli­schee­haft ori­en­ta­li­schen Instru­men­tal „Sam­son und Deli­lah“ zwei schwä­che­re Tracks dabei sind, stört nicht wei­ter. Ins­be­son­de­re das letz­te ist was für die Skip-Tas­te, wenn es danach noch was geben wür­de. Aber dann springt der Play­er halt wie­der auf eins und ab geht die Luzie!

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