Schreibmaschine (Dave Michuda)
WordPress

Beiträge mit einem Page Builder gestalten

Was spricht eigentlich dagegen, Beiträge mit einem Page Builder zu gestalten? Meine Antwort hierauf lautet: Es spricht nichts Grundsätzliches gegen die Gestaltung von Beiträgen mit dem Page Builder. Es gibt aber einige Punkte, die Du dabei bedenken solltest.

Der Einsatz von Page Buildern in WordPress scheidet die Geister. Die einen lieben, die anderen verteufeln sie. Auch für viele, die dem Einsatz eines Page Builders aufgeschlossen gegenüberstehen, ist die Gestaltung von Beiträgen ein No-Go. Die Frage, die ich mir in diesem Artikel stellen möchte: Was spricht eigentlich dagegen, Beiträge mit einem Page Builder zu gestalten? Meine Antwort hierauf vorweggenommen: Es spricht nichts Grundsätzliches gegen die Gestaltung von Beiträgen mit einem Page Builder. Es gibt aber einige Punkte, die Du dabei bedenken und beachten solltest.

Strikte Trennung von Content und Layout bzw. Design?

Ob Du Deine Beiträge mit einem Page Builder gestalten solltest oder ob davon eher abzuraten ist, hängt zunächst davon ab, welchen Page Builder Du verwendest. Zwar unterstützen die allermeisten Page Builder grundsätzlich die Funktion zur Gestaltung von Beiträgen. Aber damit ist die Sache noch nicht unbedingt im grünen Bereich. Entscheidend ist nämlich auch, ob der Page Builder strikt zwischen Deinem Content und seinen Layout- und Designanweisungen trennt. Was heißt das?

Ein Page Builder muss seine Layout- und Designanweisungen ja irgendwo hinschreiben. Die Frage ist, wohin er seine Anweisungen schreibt und noch entscheidender: was passiert, wenn Du ihm den Stecker ziehst? Schreibt der Page Builder seinen »Code« in bzw. zwischen Deinen Content, hast Du nach dem Deaktivieren des Plugins ein Problem. Denn entweder siehst Du dann gar nichts mehr oder blickst auf ein »Shortcode-Massaker«. Trifft eines von beidem bei Dir zu, dann würde ich Dir davon abraten, Deine Beiträge mit diesem Page Builder zu gestalten. Denn wenn Du Dich einmal von ihm trennen möchtest oder musst, kommt eine ganze Menge nervige Arbeit auf Dich zu.

Dieses Problem ist natürlich grundsätzlicher Natur, bezieht sich also nicht nur auf die Gestaltung von Beiträgen. Allerdings potenziert sich das Problem gerade dort, denn die Beiträge machen ja den größten Teil Deiner Homepage aus. Zumindest, wenn Du Deine Homepage (oder einen Bereich dort) als Blog betreibst.

Vorlagen für Beiträge mit dem Page Builder erstellen

Eine weitere Funktion ist für die Gestaltung von Beiträgen mit dem Page Builder aus meiner Sicht nahezu unerlässlich: die Erstellung von Vorlagen. Damit kein Missverständnis aufkommt: Ich meine hier nicht Custom Post Types (CPT), sondern die Möglichkeit, ganze Seiten- oder einzelne Reihenlayouts als Vorlagen abspeichern zu können. Kannst Du mit Deinem Page Builder solche Vorlagen nicht speichern, wird die Gestaltung Deiner Beiträge mitunter zu einem sehr zeitaufwendigen Unterfangen. Man verliert dann auch schnell die Lust, wenn man mit dem Layout bzw. Design jedesmal ganz von vorne anfangen muss.

Welche Page Builder eignen sich?

Aus persönlicher Erfahrung kann ich insbesondere auf zwei Page Builder verweisen, mit denen die Gestaltung von Beiträgen aus meiner Sicht unproblematisch ist, insbesondere, weil sie strikt zwischen Content und Layout/Design trennen: der Elementor und der Beaver Builder. Der sehr beliebte und weit verbreitete Visual Composer hat hier seine Achillesferse.  Er schreibt seine Layout- und Designanweisungen nämlich in Form von Shortcodes in den Content. Hier müsstest Du richtig Hand anlegen, wenn Du Dich von diesem Page Builder mal emanzipieren möchtest oder musst. Solange der Visual Composer auf dieses Verfahren setzt, kann ich Dir nicht unbedingt empfehlen, mit ihm Deine Beiträge zu gestalten.

Nicht übertreiben und auf Lesbarkeit achten

Obacht! Was für den Einsatz von Page Buildern grundsätzlich gilt, muss gerade bei der Gestaltung von Beiträgen besondere Beachtung finden. Die Rede ist davon, dass Page Builder sehr gerne dazu verleiten, Seiten zu überladen. Da es mit Hilfe eines Page Builders vergleichsweise einfach ist, sich in Sachen Layout und Design auszutoben, nötigt es dem Anwender ein gehöriges Maß an Selbstdisziplin ab, sich hier im Zaume zu halten. Zu viel ist halt zu viel … des Guten, wie des Schlechten.

Ein Beitrag in einem Blog ist in aller Regel textlastig. Layout und Design eines Beitrags müssen die Lesbarkeit unterstützen oder sollten sie zumindest nicht einschränken. Kommt hier jetzt die Wucht der vielen zusätzlichen Gestaltungsfeatures eines Page Builder hinzu, kann mitunter das Gegenteil eintreten, was man beabsichtigt hat: einen Beitrag ansprechend zu gestalten.

Wo schreibst Du Deine Beiträge?

Wenn Du Deine Beiträge mit einem Page Builder gestalten möchtest, stellt sich die Frage, wo Du überhaupt Deine Beiträge schreibst, neu bzw. erscheint in einem anderen Licht. Ich weiß ja nicht, wie es Dir ergeht. Aber ich schreibe meine Beiträge für meinen Blog grundsätzlich ungern im Backend von WordPress. Ich benutze hierzu schon seit längerem einen sogenannten Plaintext-Editor und schreibe quasi »offline«. Dadurch schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen ist das Schreiben als solches für mich angenehmer und zum anderen habe ich immer automatisch ein zusätzliches Backup meiner Artikel, welches zumal auch völlig frei von jeglichen Layout- und Designanweisungen ist.

Kommt jetzt auch noch die Gestaltung der Beiträge mit Hilfe eines Page Builders in Betracht, wird das Schreiben im Backend zusätzlich unbequem. Deshalb würde ich dazu raten, die Beiträge nicht direkt in WordPress zu schreiben, sondern in einem dafür geeigneten Editor auf Deinem Rechner. Hast Du Dir mit dem Page Builder ein ansprechendes Layout gestaltet und als Vorlage abgespeichert, fügst Du den Text anschließend einfach ein.

Fazit: So klappt die Gestaltung von Beiträgen mit dem Page Builder

Wer seine Beiträge mit einem Page Builder gestaltet, macht es sich natürlich etwas umständlicher. Abgesehen davon spricht allerdings nicht grundsätzlich etwas dagegen, mit einem Page Builder die Beiträge zu gestalten. Achten solltest Du darauf, dass der Page Builder, den Du einsetzt, strikt zwischen Deinem Content und den Layout- bzw. Designanweisungen trennt. Bestenfalls ermöglicht er das Abspeichern von Vorlagen, die sich schnell und einfach mit Content füllen lassen.

Darüber hinaus gilt der Rat, dass das Layout bzw. Design die Lesbarkeit Deiner Beiträge unterstützen sollte. Zuviel »Gedöns« ist dem zumeist abträglich. Schließlich: Denke doch darüber nach, Deine Beiträge »offline« in einem geeigneten Plaintext-Editor zu schreiben. Damit hast Du ein zusätzliches und vor allem komplett layout- und designunabhängiges Backup Deiner Texte.

Und dann kommt da ja noch Gutenberg …

Vielleicht muss die Diskussion um den Einsatz von Page Buildern bald sowieso ganz anders geführt werden. Diese Zukunft, die ihre Schatten bereits ins WordPress Repository geworfen hat, trägt einen Namen: Gutenberg. Spannende Zeiten liegen vor uns, was gut ist, denn anders wäre es langweilig 😉

Wie ist Deine Meinung? Würdest Du Deine Beiträge mit einem Page Builder gestalten oder doch eher davon abraten?

Foto: Dave Michuda via unsplash | Lizenz

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Auf rockxx.de blogge ich über Themen, die mich als Blogger & WordPress Nerd, Anhänger der Roten Teufel und Fan des American Football interessieren und bewegen. In jedem Fall tue ich hier meine Meinung kund und dies auch manchmal mit »zwinkerndem Auge«. Fühle Dich frei, meine Beiträge zu kommentieren und zu teilen.

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