Bei den Roten Teufel herrscht seit einigen Tagen gute Stimmung. Ein Heimsieg und die ersten drei Punkte der Rückrunde, Vertragsverlängerung mit Jan-Ole Sievers und der 85. Geburtstag der FCK-Legende Horst Eckel. Was fehlt, ist ein Auswärtssieg in Düsseldorf und die Feierwoche wäre perfekt. Doch am Ende, nach einer furchtbar schwachen ersten und einer aufregenden zweiten Halbzeit steht ein gerechtes Unentschieden auf dem Tableau. Mehr war dann leider nicht drin.

Die Ausgangslage für die Roten Teufel war vielversprechend

»Die Null-Experten unter sich«, so titelte Der-Betze-Brennt seinen Vorbericht zum Spiel der Roten Teufel auswärts gegen die Fortuna aus Düsseldorf. Letztendlich standen die Chancen aber nicht schlecht, dass der FCK bei den Fortunen Punkte entführen und mit einem Sieg mit zwei Punkten Unterschied an den Rheinländern sogar hätte vorbeiziehen können. Düsseldorf leidet in der letzten Zeit unter einer ähnlichen Abschlussschwäche wie die Betzebuben und die Abwehr scheint in den letzten beiden Spielen der Rückrunde (zwei Niederlagen mit 0:5 Toren) alles andere als stabil zu sein. Das letzte Tor schossen die Mannen um Cheftrainer Friedhelm Funkel am 14. Spieltag beim 2:2 Unentschieden gegen Hannover 96.

Auf Seiten der Roten Teufel stand zuletzt ein knapper Sieg beim letzten Heimspiel gegen Würzburg und es galt lediglich Robin Koch verletzungsbedingt zu ersetzen, jedenfalls mit Blick auf die Startelf der letzten beiden Spiele. Seinen Part übernahm dann Tim Heubach. Ebenfalls nicht zur Verfügung standen Zoltan Stieber, der nach einem Infekt noch Trainingsrückstand hat, Mensur Mujdza, der sich nach langer Verletzung erst im Aufbautraining befindet. Leider fehlte auch Lukas Görtler, der sich neben Robin Koch unter der Woche ebenfalls verletzt hatte. Afrika-Cup-Sieger Jacques Zoua stieß gestern erst wieder zum Team und wurde nicht berücksichtigt. Taktisch vertraute Cheftrainer Norbert Meier auf das 4-2-3-1 der letzten beiden Spiele.

Schwache erste Halbzeit

Doch, wie sagt man so schön? Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Die erste Halbzeit beginnt dann direkt mit einem Aufreger, nachdem die Hausherren die erste Riesenchance bereits in der zweiten Spielminute verbuchen können. Starke Flanke von Bellinghausen in den Strafraum auf Bebou. Anstatt selbst direkt abzuschließen, versucht der einen kurzen Ableger auf Hennings. Dort kam der Ball dann nicht an und Pollersbeck kann den Ball aufnehmen. Glück auf der einen, Unvermögen auf der anderen Seite. Letztendlich können die Roten Teufel froh darüber sein, dass die Fortunen auch nicht gerade kaltschnäuzig vor der Bude sind.

Dann verflachte die Partie zusehens auf beiden Seiten. In der 17. Spielminute wird es erneut heiß im Strafraum des FCK. Diesmal eine gefährliche Flanke auf Fink, doch Mwene kommt im letzten Moment dazwischen. Das Chancenplus liegt im Folgenden dann klar bei der Fortuna mit einem auffälligen Axel Bellinghausen. Mwene bekommt den ehemaligen Lautrer einfach nicht in den Griff. Der weitere Verlauf der erste Halbzeit aus Lautrer Sicht war zum Vergessen. Ein mäßiges ausgeglichenes Spiel auf unterem Niveau.

Unterhaltsamere zweite Halbzeit

Zur zweiten Halbzeit kommt der Joker vom letzten Spieltag, Robert Glatzel für den schwachen Osawe ins Spiel. Ansonsten beginnt die zweite Spielhälfte wie die erste. Nach nur wenigen Minuten eine Großchance für die Fortuna, die die abschlussschwachen Rheinländer nicht verwandeln können. Dann beginnt das Spiel endlich an Fahrt aufzunehmen; es eskaliert gar plötzlich.

In der 54. Minute Eckball für den FCK durch Kerk. Bodzek kann nicht ausreichend klären und da steht er dann, unser Joker Robert Glatzel mal wieder goldrichtig und versenkt die Kugel zum 0:1 für den FCK. Doch im direkten Gegenzug nach dem Anstoß hatte Düsseldorf die Großchance zum Ausgleich. Nach der schwachen und weitestgehend ereignislosen ersten Halbzeit geht jetzt so richtig die Post ab. Leider ist es aber die Fortuna, die so richtig Gas geben und den FCK vor große Probleme stellt.

Der Strafraum des FCK brennt minutenlang: Ausgleich!

Es brennt minutenlang lichterloh im Strafraum des FCK und es kam, was kommen musste: der Ausgleich in der 59. Spielminute. Ein Distanzschuss von Bodzek können die Lautrer nur mäßig klären. Der abgefälschte Schuss landet genau bei Sobottka und der hämmert die Pille unhaltbar in die Maschen.

In der 73. Minute wechselt der FCK zum zweiten Mal. Für den hinter seinen Möglichkeiten gebliebenen Daniel Halfar kommt positionsgerecht Marlon Frey in die Partie. Das Spiel verliert ein bisschen von dem aufgekommenen Schwung. In der 81. Minute muss Ewerton verletzungsbedingt den Platz verlassen. Für den auch heute wieder starken Innenverteidiger kommt Stipe Vucur.

Schlussphase mit einer verpatzten Großchance zum Sieg

Nach dem 0:1 ist vom FCK offensiv nichts mehr zu sehen, während sich die Fortunen noch die eine oder andere Chance herausspielen können. Man hat das Gefühl, die Betzebuben betteln um das 2:1. So knallt in der 81. Minute ein Schuss der Fortuna gegen den Pfosten.

Dann hat der FCK in der 86. Minute das 1:2 auf dem Fuß und wer soll es auch anders sein als Robert Glatzel, der den Tag hätte perfekt machen können. Nach starker Vorarbeit von Sebastian Kerk schafft es Glatzel leider nicht, erfolgreich abzuschließen, da im letzten Moment ein Düsseldorfer die Pille von der Linie kratzt. Damn!

Fazit

Am Ende kann man sagen, dass es ein gerechtes Unentschieden gewesen ist. Mit einer gehörigen Portion Dusel fahren die Roten Teufel mit einem Punkt zurück in die Pfalz. Sicherlich hätte Glatzel kurz vor Schluss den Auswärtssieg klar machen können. Aber man muss gerechterweise feststellen, dass die Düsseldorfer unter dem Strich die besseren und vor allem wesentlich mehr Chancen hatten, das Spiel zu gewinnen. Positiv aufgefallen ist definitiv unser Youngster, Robert Glatzel. Der Junge hat sich jetzt erst recht für die Startelf in der kommenden Partie empfohlen. Hier sollte Meier mal drüber nachdenken. Und ein Punkt auswärts ist besser als in die Röhre zu gucken. Hoffentlich ist dann auch Stieber wieder fit, denn unser Kapitän, Daniel Halfar lieferte die zweite schwächere Partie hintereinander ab.

Artikelfoto: Jens Geilich (rockxx.de | CC-BY-NC)

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