Ein wirklich toller Fußball-Nachmittag war das gestern in der Mercedes-Benz-Arena zu Stuttgart. 50.000 Fans, davon 5.000 Fans des FCK, zwei traditionsreiche Vereine, Rahmenbedingungen, die Erstliga-Atmosphäre aufkommen ließen. Sportlich waren aber beide Teams über weite Strecken des Spiels nicht in der Lage, den Rahmenbedingungen entsprechend, Qualitätsarbeit abzuliefern. Diesbezüglich war der Fan schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, vor allem, wenn man das Spiel aus weiter Ferne am TV verfolgen musste, da man sich nicht am bunten und unterhaltsamen Treiben auf den Rängen hingeben und damit ablenken konnte.

Solide erste Halbzeit des FCK

Das eigentliche Geschehen ist dann auch schnell zusammengefasst. Bemerkenswert war, dass der FCK, der im Vergleich zum Spiel gegen Sandhausen unverändert auflief, in der ersten Halbzeit durchaus in der Lage war, dem spielerisch weit überlegenen VfB die Stirn zu bieten. Das Glanzstück der Roten Teufel, die Abwehr, funktionierte sehr gut und ließ bis zum Pausentee eigentlich keine nennenswert torgefährliche Situation zu, trotz der über 60 Prozent Ballbesitz der Hausherren.

Dem FCK gelang es in der ersten Halbzeit auch, den einen oder anderen ansehnlichen Konter vorzutragen. Nach einem Eckball der Stuttgarter in der 18. Minuten trugen die Betzebuben über Halfar und Frey einen blitzsauberen Konter bis in den Strafraum des Gegners, wo Frey aber am blockenden Kaminskis scheiterte. Nach einem Foul des Stuttgarter Baumgartl an Gaus, der dafür auch die erste gelbe Karte des Spiels sah, kam dann nochmals Stimmung bei den Anhängern der Roten Teufel auf. Zum einen im Twitterfeed mit einem lustigen Wortspiel und zum anderen, weil Kerk die Kugel aus über 30 Metern direkt auf das Tor abfeuerte, die das Ziel nur knapp verfehlte.

Alles in Allem war das eine starke Leistung des FCK in der ersten Halbzeit, jedenfalls an den eigenen Möglichkeiten und der sportlichen Qualität des Aufstiegsfavoriten gemessen: Hinten nichts zugelassen und vorne einige ansehnliche Spielzüge vorgetragen.

Die zweite Halbzeit

Die Roten Teufel wechselten gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit und brachten für den angeschlagenen Zoua, der bis hierher auch nicht wirklich viel ausgerichtet hatte, Osawe ins Spiel. Die Hausherren machten aber jetzt richtig ernst und zeigten, wer hier ein Heimspiel hat und warum der VfB der große Aufstiegsfavorit ist. Es dauerte zwar noch bis zur 58. Minute, bis Terodde (wer sonst) einen tollen Spielzug der Stuttgarter erfolgreich ins Lautrer Netz vollendete, aber dieses 1:0 war dann ein Wirkungstreffer.

Danach wirkten die Roten Teufel ziemlich angeknocked und bekamen nichts mehr auf die Reihe. Der umgehende Impuls von Außen, den Joker Robert Glatzel für Przybylko einzuwechseln, führte nicht unbedingt zur Wiederbelebung. Stuttgart spielte jetzt sehr souverän auf und der FCK war nicht mehr in der Lage, wie noch in der ersten Hälfte, dagegenzuhalten. Lediglich die Stuttgarter wollten den Sack noch nicht zumachen.

Nachdem Meier in der 77. Minute Zoltan Stieber für Daniel Halfar eingewechselt hatte, gab es die einzige gute Szene für den FCK. Ein wirklich toll vorgetragener Angriff über links mit einer präzisen Flanke von Gaus direkt auf den Kopf von Glatzel, der den Ball aber direkt in die Arme von Torhüter Langerak köpfte. So ein kleines bisschen Luft konnte sich der FCK in dieser Phase noch einmal verschaffen, was aber daran lag, dass dem VfB das entscheidende 2:0 erst kurz vor Schluss in der 87. Minute durch Özcan gelang.

Stimmen nach dem Spiel

Nach dem Spiel waren die Statements der Beteiligten auch entsprechend abgeklärt. Man wusste um die eigene Außenseiterrolle, betonte die gute Leistung in der ersten Halbzeit einerseits und dass der Sieg der Stuttgarter aufgrund der zweiten Halbzeit verdient gewesen war andererseits.

Aber nicht nur die Offiziellen, sondern auch die Fans halten den Ball flach und erfreuten sich trotz Niederlage an einem stimmungsvoll erstklassigen Nachmittag in Stuttgart.

Artikelfoto: Jens Geilich (rockxx.de | CC-BY-NC)

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