FCK - Flagge und Schal 01 (Foto: Jens Geilich / rockxx.de / CC-BY-NC)
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Zwei aus Sieben: Quo Vadis FCK?

Zwei Punkte aus sieben Spielen besiegeln das Ende von Norbert Meier als Cheftrainer und der FCK taumelt in Richtung Dritte Liga. Es ist nichts mehr zu hören vom ausgegebenen Saisonziel einer möglichst sorgenfreien Saison. Obwohl jetzt die allseits erwartete Reißleine gezogen, der letzte Strohhalm ergriffen worden ist, die Zukunft des Vereins entscheidet sich noch woanders: dem Verhältnis zu den Fans.

Bilanziert man nüchtern die ersten sieben Spieltage des FCK in der laufenden Saison, so muss konstatiert werden: Saisonziel verfehlt! Eine möglichst sorgenfreie Saison wollte man spielen, so die Vorgabe seitens der Vereinsführung. Jetzt kann man natürlich entgegnen: Moment mal, die Saison hat doch gerade erst angefangen. Ja, stimmt! Doch wer nach besagten sieben Spieltagen gerade einmal zwei lausige Punkte aus zwei Unentschieden vorweisen kann, damit den letzten Tabellenplatz einnimmt und droht, den Anschluss zum rettenden Ufer zu verlieren, der muss dann den Trainer entlassen und spielt spätestens jetzt eine alles andere als sorgenfreie Saison.

Meier freigestellt, Nachfolger bereits im Anflug?

Jetzt ist es offiziell. Nach dem desaströsen Verlauf des ersten Saisonviertels muss Norbert Meier den Cheftrainerposten räumen. Auch sein Co, Frank Heinemann, verlässt den FCK. Damit ist das nach dem siebten Spieltag passiert, was schon länger in der Luft gelegen hatte. Zwar ließ der Verein angebliche Aussagen des Sportdirektor Boris Notzon in einem Interview mit der Bild als »Fake-News« dementieren, aber es war doch abzusehen, dass eine Heimpleite gegen Aue für Meier wohl das Aus bedeuten würde. Zuletzt vermeldet Der-Betze-brennt, dass die Suche nach einem Nachfolger bereits vorbereitet und schon weit fortgeschritten sei, so dass bereits zum nächsten Spiel gegen Union Berlin ein neuer Cheftrainer auf der Bank sitzen werde.

Das war es dann, nicht nur mit der sorgenfreien Saison, sondern auch mit dem letzten Fünkchen Hoffnung auf eine gewisse Stabilität zumindest in der sportlichen Leitung des FCK.

Eine Bilanz des Schreckens

Ich persönlich war mit dem ausgegebenen Saisonziel durchaus einverstanden. Nach der letzten Saison sehnte ich mich vor allem nach ein bisschen Ruhe im Karton. Nach wie vor geht es beim FCK um die Konsolidierung in allen Bereichen, sportlich wie finanziell. Meine Gedanken zum Saisonstart fielen entsprechend optimistisch aus, zumindest in Relation zu der ausgegebenen Devise, eine möglichst sorgenfreie Saison spielen zu wollen. Hierfür hielt ich den Kader durchaus ausreichend, mit dem einen oder anderen potentiellen Überraschungsfaktor, allerdings nach oben und nicht nach unten.

Einen kleinen Dämpfer bekam diese anvisierte sorgenfreie Saison bereits schon zu einem Zeitpunkt, wo der Ball noch nicht richtig rollte. Die holprige Suche nach einem neuen Sportchef erinnerte dann doch wieder eher an den Chaosverein, den man doch eigentlich hinter sich lassen wollte.

Auftaktpleite

Nach dem ersten Spieltag, der den Roten Teufeln vom Betzenberg direkt mal eine deutliche Niederlage gegen den Club aus Nürnberg einbrachte, war für mich noch alles in Ordnung. Also bitte … Weltuntergangsstimmung (»tiefste Abstiegsängste«, so Thomas auf der-betze-brennt) nach gerade mal einem verlorenen Auftaktspiel, was soll das? Sicherlich, die Problemzonen waren zu sehen, sie waren eigentlich schon vorher bekannt. Aber hier wollte ich nicht in die Wehklagen mit einstimmen. Was mir wesentlich mehr Sorgen bereitet hatte, war die unsägliche Plakat-Aktion gegen Marius Müller und Gino Fechner. Sie steht sinnbildlich für das Verhältnis der Fans zur Mannschaft, und wenn es auch nur einige wenige waren, die sich dafür verantwortlich zeigten. Mag die Mehrheit sich nicht unbedingt hinter diesem Banner versammelt haben, aber die Häme bis Hetze, die ehemaligen oder aktuellen Spielern des FCK in vielen (den meisten?) Kommentaren entgegenschlägt, zumal, wenn es nur ansatzweise nach Roten Bullen riecht, ist aus meiner Sicht unerträglich. Nicht nur das: Sie ist mehr als kontraproduktiv, denn sie vergiften die Atmosphäre nachhaltig.

»Platz umpflügen«

Das erste Heimspiel gegen Darmstadt brachte dann wenigstens einen Punkt und vielleicht noch ein bisschen mehr. Sicherlich, damit kann man sich zufrieden geben, spielte man doch gegen einen Bundesliga-Absteiger, der allein schon deshalb zu den Favoriten um den Aufstieg gezählt werden dürfte. Das »bisschen Mehr« verbuche ich auf die Erkenntnis, dass die Mannschaft bei allen spielerischen Defiziten zumindest eines prinzipiell kann: sich mit Leidenschaft und Herz in den Kampf zu werfen. Insofern hatte Frederik Paulus, alias: paulgeht seinen Spielbericht richtig überschrieben: »Ein Punkt zum Aufbauen«. Allerdings die Ahnung, dass das für die 2. Bundesliga alleine vielleicht nicht reichen könnte, machte sich wahrscheinlich nicht nur bei mir breiter und breiter.

Das selbe Muster: Auswärtsniederlage und nur ein Punkt daheim

Das nächste Auswärtsspiel führte den FCK dann nach Düsseldorf, wo man leider nichts mit nach Hause in die Pfalz bringen konnte. Die Suche nach der sorgenfreien Saison endete an diesem Tag bei den Sorgenfalten im Gesicht aller aktiv wie passiv Beteiligten. Besonders eines wurde offenkundig: Die Problemzone Nummer Eins war, ist und bleibt die miserable Chancenverwertung. Und noch eines wurde wieder offenkundig: der immer größer werdende Riss zwischen Mannschaft und Fans. Diesmal ging die Aktion vom Kapitän Daniel Halfar aus, der nach Sprechchören aus der Fankurve (»Wir woll’n Euch kämpfen sehen«) seine Teamkameraden vom Gang in die Kurve aktiv abhielt, um später im Interview mehr Geduld einzufordern.

Nach dem Schlusspfiff auf dem Betze am vierten Spieltag war der Gast aus Braunschweig nicht ganz zufrieden mit dem einen Punkt (es wäre mehr drin gewesen) und der FCK haderte mal wieder mit einer weiteren entgangenen Gelegenheit, den ersten Dreier der Saison eingefahren zu haben. Wieder spricht man in der Nachbetrachtung von kleinen Lichtblicken. So richtig überzeugen mag das nicht mehr, zumal es dem starken Marius Müller mehrfach gelang, den FCK vor Schlimmerem zu bewahren, der FCK in Rückstand geriet und das Tor vom »unbebrillten« Kastaneer eigentlich ein glückliches, abgefälschtes Eigentor war.

Drei Null-Nummern in Folge

Was man auf Deutschlands höchstem Fußballberg nach dem Heimspiel gegen die Löwen aus Braunschweig noch nicht wusste, nicht wissen konnte: Es wird der letzte Punktgewinn für die nächsten drei Spiele gewesen sein. Ich erspare mir weitere Einlassungen zu diesen Spielen, ebenso wie das Spähen nach weiteren Lichtblicken. Die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache, denn letztendlich ist Fußball eben dies, ein Ergebnissport: Eine 2:1 Niederlage gegen den Aufsteiger aus Kiel, eine 1:0 Auswärtsniederlage in Sandhausen und schließlich das 0:2 zuhause gegen Aue. Rums! Licht aus! Zappenduster!

Nach dem Spiel verkündete Norbert Meier dann zwischen den Zeilen bereits das, was er wahrscheinlich schon vorher für den Fall der Fälle gewußt hatte: »Ich weiß gar nicht, ob ich noch derjenige bin, der den Fans Hoffnung machen muss. Wir werden sehen, was sich hier ergibt«, so Meier.

Quo Vadis, FCK?

Es dürfte jedem klar gewesen sein, dass es eine eher bescheidene Saison werden wird und ab welchem Zeitpunkt für wen sie schon nicht mehr sorgenfrei war, wird jeder für sich selbst klären müssen. Bei mir begannen die Hoffnungen endgültig zu schwinden, als man aus Kiel und dann aus Sandhausen nichts mit nach Hause bringen konnte. Mit wem bitte schön als mit diesen beiden Teams lässt sich auf Augenhöhe um drei Punkte wetteifern? Allein diese Feststellung lässt das Herz eines jeden FCKlers bluten, auf Augenhöhe mit einem dieser beiden »kleineren« Vereinen zu sein bzw. wohl nicht mal mehr das zu sein. Eine weitere Niederlage (gegen Aue!) zur Kenntnis genommen bleibt mir nur noch die Frage: Quo Vadis, FCK?

So unvermeidlich die Trennung von Norbert Meier zum jetzigen Zeitpunkt gewesen ist, so klar ist für mich aber auch, dass es nicht an Meier gelegen hat, zumindest nicht an ihm allein. Eine Trainerentlassung ist nun mal der letzte Strohhalm für eine Vereinsführung bevor man selbst in die Schusslinie gerät und folgt schlussendlich einem Script, dass im Fußball (wie auch andernorts im Profisport) allseits bekannt sein dürfte.

Beängstigend ist für mich dann doch (noch) was anderes: Die Bastion, die »Unzerstörbar« hat große und tiefe Risse bekommen. Die weiter fallenden Zuschauerzahlen mit der absoluten Minuskulisse gegen Aue sind ein, vielleicht das letzte Alarmzeichen. Hierüber muss man sich wirklich große Sorgen machen, wer auch immer der neue Trainer sein und wie auch immer die Saison weitergehen wird. Insbesondere hier wird über den zukünftigen Weg des FCK entschieden. Und wir wissen alle: dann geht es schneller als man gucken kann um die nackte Existenz.

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