Wer einen erfolgreichen und gut besuchten Blog betreiben möchte, sollte regelmäßig, das heißt mindestens einmal, besser sogar mehrmals pro Woche Blogbeiträge schreiben und veröffentlichen. Außerdem sollte sich der erfolgreiche Blogger in seinem Blog möglichst einem zentralen Thema zuwenden. So liest man es jedenfalls in diversen Ratgebern. Was ist eigentlich an diesen Ratschlägen dran? Beide Fragen stellt sich auch Ellen von elmastudio.de in ihrem aktuellen Artikel »Ist ein fester Zeitplan für neue Blogbeiträge sinnvoll?«. Da ich mich mit diesen Fragen etwas ausführlicher auseinandersetzen und aus meinem »Nähkästchen« plaudern möchte, antworte ich nicht nur mit einem Kommentar, sondern auch mit diesem Beitrag. So habe ich gleichzeitig auch was für meine Veröffentlichungsfrequenz getan 😉

Warum regelmäßige Veröffentlichungen von Blogbeiträgen für Deinen Blog wichtig sind

Das Bloggen ist im weitesten Sinne dem Tage- oder Logbuch-Schreiben entlehnt. Von daher ist es bereits naheliegend, regelmäßig Beiträge zu schreiben und zu veröffentlichen. Lebt Dein Blog dadurch, dass dort auch etwas passiert, dann mögen dies nicht nur Deine Leser, sondern auch Google & Co. Das Stichwort hierzu lautet: Suchmaschinenoptimierung, kurz: SEO genannt. Weil dies so ist, raten viele Dienstleister rund um die Suchmaschinenoptimierung dazu, regelmäßig Beiträge zu veröffentlichen. Diese Beiträge sollten nicht unter 300 Wörter lang und möglichst auf sogenannte Keywords optimiert sein bzw. werden. Wenn Du über den Ratschlag stolperst, in einer möglichst hohen Frequenz Blogbeiträge zu schreiben und zu veröffentlichen, dann stammt ein solcher Ratschlag nicht nicht selten von einem der vielen Dienstleister in Sachen Suchmaschinenoptimierung.

Auf der einen Seite macht SEO für jeden Homepagebetreiber Sinn. Auch der Hobby- und Freizeitblogger freut sich über eine möglichst gut besuchte Homepage mit vielen Lesern. Nimmt man sich hier den Hinweisen und Anregungen zur Suchmaschinenoptimierung an, tut man für seine Besucherstatistik sicherlich viel Gutes. Doch auf der anderen Seite bedenke: Wo viel Licht, da ist auch viel Schatten. Und gerade der Ratschlag, möglichst regelmäßig Beiträge zu verfassen und zu veröffentlichen hat eine Kehrseite. Denn Quantität ist das eine, Qualität aber das andere.

Die Qualität Deiner Blogbeiträge geht immer vor Quantität

Wenn es Dir gelingt, regelmäßig gute Beiträge zu schreiben und zu veröffentlichen, dann wird sich auch Deine Besucherstatistik verbessern. Das kann durchaus eine Weile dauern und Du brauchst mal mehr, mal weniger viel Geduld. Letztendlich hängt es natürlich von dem Thema oder den Themen ab, die Du beackerst. Kannst Du ein Thema bedienen, welches angesagt ist, musst Du auf Originalität und Qualität achten, um aus der Masse des Angebots herauszustechen. Schreibst Du zu einem Nischenthema, gilt es nicht weniger auf die Qualität zu achten. Wenn die potentielle Leserschaft eher klein, die Belesenheit und Fachkenntnis dafür aber besonders hoch ist, hast Du es in der Regel mit sehr anspruchsvollen Lesern zu tun. Hier kannst Du nur mit Qualität und Mehrwert Deiner Beiträge überzeugen.

Der verweilende und wiederkehrende Leser ist Dein Ziel

Es ist schon anspruchsvoll und schwer genug, Besucher und damit Leser auf die eigene Homepage zu lotsen. Dies gilt insbesondere in Zeiten, wo das klassische Bloggen unter großem Konkurrenzdruck steht, und zwar sowohl was das Schreiben, als auch das Lesen betrifft. Zeit ist knapp, Aufmerksamkeit begrenzt. Wer sein Facebookprofil hegt und pflegt, die Postings seiner Freunde liest und kommentiert, hat weniger von beidem zur Verfügung, um dann noch den einen oder anderen Blog zu verfolgen. Gerade deshalb ist jeder Leser, der es auf Deinen Blog schafft, besonders wertvoll. Die Sorge um seine Gunst, länger zu bleiben und öfter zu kommen, ist oberstes Gebot. Insbesondere das längere Verweilen hat auch direkten Einfluss auf das Suchmaschinenranking Deines Blogs.

Damit wären wir wieder bei der Qualität Deiner Beiträge angelangt. Ein schnell hingewutzter Artikel, belanglose Magerkost, einzig und allein einer hohen Veröffentlichungsfrequenz dienend, lädt nicht zum Weiterlesen und Wiederkommen ein. Achte auf inhaltliche Qualität, einen guten, konsistenten Aufbau, Rechtschreibung, Verständlichkeit und Ausdruck. Solche Beiträge schreiben sich nicht von selbst. Sie benötigen Zeit und vor allem Muße.

Ist ein fixer Zeitplan für Blogbeiträge sinnvoll?

Ich komme auf die von Ellen in ihrem Artikel aufgeworfenen Frage zurück. Ist es denn sinnvoll, einem festen Zeitplan zur Veröffentlichung neuer Blogbeiträge zu folgen? Ja, es ist sinnvoll und ratsam, möglichst regelmäßig Beiträge zu schreiben und zu veröffentlichen, damit auf Deinem Blog etwas passiert und er auch deshalb für Leser attraktiv ist. Allerdings halte ich nicht viel davon, sich von einem Zeitplan drängen zu lassen und Quantität über Qualität der Beiträge zu stellen.

Ein fixer Zeitplan ist kein Selbstzweck, sondern allenfalls Mittel zum Zweck, insbesondere, wenn die Eigenlogik des Themengebiets eine spezifische Veröffentlichungsfrequenz benötigt.

Ein fixer Zeitplan ist kein Selbstzweck, sondern allenfalls Mittel zum Zweck, insbesondere, wenn die Eigenlogik des Themengebiets eine spezifische Veröffentlichungsfrequenz benötigt (dazu unten mehr). In jedem Fall speist sich die Attraktivität eines Blogs zum größeren Teil aus interessanten, gut geschriebenen Artikeln, die dem Leser einen Mehrwert liefern und ihn zum Verweilen und Wiederkommen anregen. Insbesondere von Beiträgen, die nur mit Blick auf die Suchmaschinenoptimierung geschrieben und publiziert werden, rate ich dringend ab.

Etwas befremdlich erscheinen mir auch diverse Challenges, die mich motivieren sollen, regelmäßiger Artikel zu schreiben und zu veröffentlichen. Ich möchte niemanden auf die Füße treten, aber solche extrinsischen Motivationsinstrumente zur Selbstoptimierung lassen mich kalt. Wenn mir nicht nach Schreiben ist, dann lasse ich es einfach sein. Aber wie sagt man so schön: »Der eine ist der andere nicht«. Also, wenn Dir solche Blog Challenges etwas bringen, dann nur zu.

Auf wie vielen Hochzeiten sollst Du tanzen?

Ist es hilfreich, nur ein Blog-Thema bzw. nur ein Themengebiet zu bedienen, fragt Ellen in ihrem Artikel weiter. Eigentlich würde ich hier gerne mit einer Rückfrage beginnen: Hilfreich wozu? Mir ist nicht ganz klar, weshalb es grundsätzlich besser sein sollte, sich thematisch zu begrenzen. Sicherlich gibt es Fälle, wo eine Themenkonzentration auf der Hand liegt. Insbesondere dort, wo die Homepage zur Bewerbung eines spezifischen Produkts oder einer Dienstleistung gebaut worden ist, ergibt sich eine Themenbeschränkung von selbst. Hier ist eine entsprechende Konzentration in der Tat hilfreich.

Aus meiner Sicht spricht nichts Grundsätzliches gegen ein Multi-Themen-Blog. Wenn Du mehrere Hobbies oder Interessengebiete hast, zu denen Du was beitragen kannst und willst, dann lasse Dich nicht aufhalten. Oft ist ein thematisch breiter aufgestelltes Blog hilfreich dabei, Qualität und Quantität der Beiträge in Einklang zu bringen. Ich habe mich in meinem Blog nach längerem Hin und Her zwischen diversen Themengebieten dazu entschlossen, mich thematisch breiter aufzustellen und auszutoben.

Halbwertzeit von Beiträgen

Ein wichtiger Aspekt rund um das Schreiben von Blogbeiträgen wurde im Artikel von Ellen nicht explizit angesprochen. Sie fragt aber nach Möglichkeiten, seinen Blog lebendig zu halten. Und an dieser Stelle würde ich antworten: Mach Dir über die Halbwertzeit Deiner Beiträge und den daraus resultierenden Konsequenzen Gedanken! Was meine ich damit?

Mit der Halbwertzeit von Beiträgen spiele ich auf die Haltbarkeit des Informationswert Deiner Artikel an. Ein Beispiel: Hier in meinem Blog schreibe ich u. a. zu einer meiner großen Leidenschaften, dem 1. FC Kaiserslautern. Beiträge zu den Roten Teufeln vom Betzenberg sind in erster Linie und wie in den meisten Sport- und Fußballblogs Berichte und Kommentare zu Spielen. Sportereignisse im Allgemeinen und Fußballspiele im Speziellen sind als solche nur von kurzem Interesse und so auch die Blogbeiträge darüber. Sie haben eine kurze Halbwertzeit, da sie für den Leser nicht lange Informationswert besitzen. Solche Artikel fristen spätestens ab dem nächsten Spieltag eine traurige, da unbeachtete Existenz im Sammelsurium der Beitragsliste.

Hier ließen sich weitere Beispiele anführen. Das Review des neuen Albums einer Deiner Lieblingsbands oder ganz allgemein ausgedrückt, die Kommentierung eines kurzfristigen und kurzweiligen Ereignisses, worüber höchstwahrscheinlich in der nächsten Woche niemand mehr spricht. Drehen sich die Beiträge in Deinem Blog vornehmlich um solche Themengebiete, wo sich derartige Ereignisse aneinander reihen, liegt der Wert und Reiz in der Serie von Beiträgen. Anknüpfend an die oben aufgeworfene Frage, läge hier eine regelmäßige Veröffentlichung von Beiträgen auf der Hand. Kannst Du hier nicht am Ball bleiben und die Serie nach Maßgabe der Ereignisfrequenz bedienen, wird es besonders schwer, einen festen Leserkreis an Deinen Blog zu binden.

Zwischen »One-Hit-Wonder« und »Evergreen«

Eine Möglichkeit, es sich in einer solchen Situation ein bisschen leichter zu machen, wäre, das Themenspektrum Deines Blogs zu erweitern. Damit wären wir bei der zweiten oben verhandelten Frage, ob es sinnvoll oder hilfreich wäre, sich auf einen Themenbereich zu konzentrieren oder ein Multi-Themen-Blog zu betreiben.

Wie dem auch sei und was auch Deine Optionen bzw. Ambitionen sind, solltest Du nach Möglichkeiten suchen, einen Beitrag zu verfassen, der eine höhere Halbwertzeit hat, dessen Informationswert nicht an ein kurzfristiges Ereignis gekoppelt ist. Ist es Dir gelungen, eine gewisse Anzahl von solchen »Evergreen-Beiträgen« zu verfassen, pflege und hege sie sorgsam, indem Du sie Up-To-Date hältst. Versuche weitere Artikel zu diesem Themengebiet zu schreiben und verlinke die Beiträge miteinander. Platziere eine Vorschau Deiner besonders häufig gelesenen und damit beliebten Artikel in der Sidebar. Bringe Deine »One-Hit-Wonder« in den Kontext Deiner »Evergreens« oder schreibe sie um, sofern sie das Potential dazu haben, in der Lesergunst wieder steigen zu können.

Sei geduldig und habe Spaß

Das alles ist natürlich leichter gesagt als getan. Und ja, ich muss mich immer wieder an der eigenen Nase fassen und mich regelmäßig selbst an meine hier präsentierten Ratschläge erinnern. Letztendlich ist es besonders wichtig, geduldig zu sein und sich den Spaß nicht verderben zu lassen. So hilfreich die vielen Tipps für das erfolgreiche Bloggen auch sein mögen: sie können sie auch Quelle für Frustration werden. Oft hilft nur der Sprung ins kalte Wasser, es schlicht, einfach und trotz Bedenken auszuprobieren. Damit verbunden ist auch der Mut, Dinge, die nicht funktionieren, zu beenden und neu anzufangen. Ich habe schon vor langer Zeit aufgehört zu zählen, wie oft ich meinen Blog geplättet und neu aufgesetzt habe. Hieraus immer wieder neue Motivation zu schöpfen ist die eigentliche Kunst, den Spaß am Bloggen aufrecht zu erhalten.

Wenn Dir dieser Artikel gefallen hat, freue ich mich auf Dein Feedback oder auf Deine Meinung, gerne auch und gerade dann, wenn Du eine andere hast.

Artikelfoto: Cliff Johnson via unsplash.com | CC0 1.0

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