Die Erstellung von Homepages mit WordPress ist denkbar einfach. WordPress bringt von sich aus bereits alles mit, um höchst ansprechende Homepages zu gestalten. Zusätzlich gibt es im WordPress-Katalog tonnenweise Plugins, die diese Fähigkeiten von WordPress enorm erweitern. Diese Plugins aus dem hauseigenen Pool sind kostenfrei. Darüber hinaus gibt es aber auch sogenannte „Premium Plugins“, die man käuflich erwerben kann. Der „Visual Composer“ von WPBakery Inc. ist ein solches, kostenpflichtiges Premium Plugin. Wie der Name bereits suggeriert, kannst Du mit Hilfe des Visual Composer Seiten und Beiträge „komponieren“ und dies ohne auch nur ein Fitzelchen an Coding-Kenntnisse zu benötigen, denn dieses Komponieren erfolgt „visuell“. In diesem Beitrag möchte ich Dir diesen mächtigen und auch beliebten Visual Composer einmal kurz vorstellen. Dabei beschränke ich mich auf die Grundfunktionen des Plugins.

Bevor es losgeht, beachte bitte folgenden Hinweis: Der Visual Composer ist ein kostenpflichtiges WordPress-Plugin von WPBakery Inc. Der nachfolgende Beitrag stellt meine persönliche Meinung im Sinne eines Erfahrungsberichts und keine Produkt- und/oder Kaufempfehlung dar. Ich habe das Produkt zum handelsüblichen Preis selbst erworben. Über dieses normale Kundenverhältnis hinaus stehe ich in keiner geschäftlichen Beziehung zum Hersteller.

Ich selbst habe den Visual Composer (VC) schon vor einigen Jahren gekauft, allerdings immer wieder deaktiviert und nicht verwendet. Das hatte weniger was mit der Funktionalität bzw. Qualität dieses Premium-Plugins zu tun, als vielmehr damit, dass ich den VC schlicht nicht gebraucht habe. Grundsätzlich solltest Du Dir überlegen, ob Du den VC eigentlich benötigst, denn der VC kostet was und zwar nicht nur Geld, sondern auch Leistung. Letzteres ist immer ein nicht unwesentliches Kriterium, wenn es um die Überlegung geht, überhaupt ein Plugin zu installieren, völlig unabhängig davon, ob es sich um ein kostenfreies oder ein kostenpflichtiges Plugin handelt. Die erste Frage sollte deshalb immer lauten: „Brauche ich das Plugin unbedingt?“, denn jedes Plugin „verbraucht“ Ressourcen. Beim Visual Composer spielt diese Überlegung auch deshalb eine besondere Rolle, weil Du mit diesem Plugin viele Inhalts- und/oder Designelemente Deinen Seiten und/oder Beiträgen hinzufügst bzw. hinzufügen kannst, die selbst wieder an den Ressourcen knabbern. Ich komme weiter unten noch einmal darauf zurück, wenn ich versuche auszuloten, für wen der VC interessant sein könnte.

Was ist der Visual Composer?

Wie im Teaser zu diesem Beitrag bereits angedeutet, handelt es sich beim Visual Composer um ein Premium-Plugin (also ein kostenpflichtiges) für WordPress, welches die hauseigenen Funktionen von WordPress zur Gestaltung von Seiten und Beiträgen enorm erweitert. Die Entwickler des VC bezeichnen ihr Plugin als ein „Front End and Back End Page Builder“ (https://vc.wpbakery.com, letzter Zugriff: 08.05.2016). Was heißt das? Der VC klinkt sich in den Editor von WordPress ein. Dort hast Du dann die Wahl, ob Du mit Hilfe des klassischen WordPress-Editors oder eben mit Hilfe des VC Seiten und/oder Beiträge Deiner Homepage gestalten möchtest. Dies ist mitunter nicht ganz unwichtig zu wissen, denn es heißt auch, dass Du nicht alle Seiten und Beiträge mit dem VC erstellen musst, wenn Du das Plugin gekauft und installiert hast. So kannst Du Deine Seiten und Beiträge, die keine aufwendige Gestaltung benötigen, nach wie vor im klassischen WordPress-Editor erstellen.

Visual Composer - Klassischer Editor (Screenshot, Jens Geilich)
Screenshot: Auswahl von Backend- oder Frontend-Editor des VC im klassischen WP-Editor (hier einschl. der Menüleiste vom TinyMCE-Plugin)

Entscheidest Du Dich für den Backend-Editor des Visual Composer und klickst auf den entsprechenden Button, dann verschwindet die Dir bekannte, obere Bearbeitungsleiste und der VC übernimmt quasi die Kontrolle mit Hilfe seiner eigenen Gestaltungsinstrumente, die im Inhaltsfenster des Editors erscheinen.

Visual Composer - Back End Editor (Screenshot, Jens Geilich)
Screenshot: Der Backend-Editor des VC – Die Rückkehr zum klassischen WP-Editor oder der Wechsel zum Frontend-Editor ist jederzeit möglich

Wie im Screenshot zu sehen, kannst Du jederzeit zum klassischen WordPress-Editor zurückkehren oder zum Frontend-Editor des Visual Composer wechseln. Wenn Du zwischen diesen Editoren hin und her wechselst, werden sämtliche Inhalte, die Du zwischenzeitlich erstellt hast, übernommen. Hast Du Inhaltselemente durch den VC hinzugefügt und wechselst in den klassischen WordPress-Editor zurück, dann kannst Du im Inhaltsbereich die Shortcodes, die den VC ansprechen, sehen. Diese Shortcodes funktionieren jedoch nur, solange der VC als Plugin aktiviert ist. Deaktivierst Du den VC im Plugin-Panel oder deinstallierst Du das Plugin, dann verschwinden die mit dem VC erstellten Beiträge und Seiten zwar nicht, aber die Shortcodes des VC werden dann als Text ausgeben. Insofern ist die Entscheidung, den VC einzusetzen, nicht trivial, insbesondere, wenn Du sehr viele Seiten und Beiträge mit ihm erstellt hast.

Wählst Du den Frontend-Editor des Visual Composer, dann erscheint, wie der Name suggeriert, das Frontend Deiner Seite oder Deines Beitrags, also jene Ansicht, die Deine Besucher sehen, wenn Sie zu Deiner Homepage surfen. Zusätzlich erscheint am oberen Rand eine blaue Menüleiste mit grundlegenden Steuerungselementen des VC. Beispielsweise kannst Du dort in den Backend-Editor zurück gelangen, indem Du den entsprechenden Button betätigst. Außerdem werden weitere Steuerungselemente und Bearbeitungsinstrumente als Mouse-Over im Inhaltsbereich eingeblendet, wenn Du den Zeiger über die Inhaltselemente bewegst.

Visual Composer - Front End Editor (Screenshot, Jens Geilich)
Screenshot: Der Frontend-Editor des VC mit Menüleiste am oberen Rand und Bedienungselementen im Inhaltsbereich via Mouse-Over

Ob Du den Backend- oder den Frontend-Editor des Visual Composer verwendest, bleibt natürlich Dir selbst überlassen. Abgesehen vom persönlichen Workflow oder Geschmack, mag es Situationen bzw. Anlässe geben, die den einen oder anderen Editormodus nahelegen. Ich persönlich nutze den Frontend-Editor sehr selten. Wenn ich mal mehr Platz bzw. eine größere Darstellung des Inhaltsbereichs benötige, wechsele ich lieber in den Fullscreen-Modus des Backend-Editors vom VC.

Zeilen (Container) und Spalten

Der VC ist ein sogenannter Page Builder. Das Grundprinzip, nach denen solche Page Builder und somit auch der VC funktionieren, ist, dass der Inhaltsbereich, in welchen man Inhaltselemente wie Texte, Bilder, Buttons, Videos etc. einstellt, in voneinander unabhängige Unterbereiche eingeteilt wird. Im VC heißen diese Unterbereiche „Zeilen“, die ich hier lieber als Container bezeichne. Der Inhaltsbereich lässt sich so in viele Unterbereiche (Zeilen oder Container) unterteilen, für die man dann – immer auf die jeweilige Zeile oder den Container beschränkt – Designanweisungen festlegen kann. Das bezieht sich natürlich auch auf die Inhaltselemente, die man in diese Container einstellt.

Visual Composer - Container (Screenshot, Jens Geilich)
Screenshots: Die Zeilen (Container) im Backend-Editor des VC und im klassischen WP-Editor als Shortcodes

Die Container selbst lassen sich dann in Spalten unterteilen, ausgehend von einer durchgehenden, den gesamten Container ausfüllenden Spalte, bis hin zu komplexeren Einteilungen. Diese Spalten innerhalb der Container sind selbst wieder unabhängig voneinander in ihrem Grunddesign, also beispielsweise Hintergrundfarbe und/oder Rahmen bis hin zu spezifischen CSS-Animationen. Durch dieses Verschachtelungsprinzip lassen sich sehr komplexe Seiten- und/oder Beitragslayouts realisieren.

Visual Composer - Container und Spalten (Screenshot, Jens Geilich)
Screenshot: Die in Spalten unterteilten Zeilen (Container) im Backend-Editor des VC

Die Inhaltselemente des Visual Composer

Der Visual Composer wird bereits mit einer großen Anzahl an Inhaltselementen ausgeliefert. Neben diversen Textboxen, vom einfachen Textblock bis hin zu ausgefallenen Informationsboxen mit oder ohne Icons, gibt es mehrere Inhaltselemente, die Fotos in unterschiedlicher Art und Weise (als Einzelbilder, Galerien, Grids, Slider etc.) einbinden und diesen diverse Effekte hinzufügen, unterschiedliche Buttons, Grafiken, ein Videoplayer, die bekannten und beliebten Tabs und Akkordions, Beitrags- bzw. Artikelslider usw. Selbst die obligatorischen WordPress Widgets, die sonst nur in den Sidebars oder im Footer platzierbar sind, lassen sich als Inhaltselemente in Container bzw. Spalten einfügen. Wem die mitgelieferte Vielfalt an Inhaltselementen des VC nicht ausreicht, kann sich optional bei den vielen (i.d.R. ebenfalls kostenpflichtigen) Addons und Extensions von Drittanbietern bedienen und eine ganze Menge an zusätzlichen Inhaltselementen dem VC hinzufügen. Ich nutze beispielsweise die Ultimate Addons von Brainstorm und die VC Extensions von Tekanewa Scripts. Auf den Homepages dieser Anbieter kannst Du Dir anschauen, was Du mit den vielen zusätzlichen VC Inhaltselementen so alles anstellen kannst.

Wer braucht den Visual Composer?

Bleibt also zum Schluss dieses WordPress Plugin Tipps die Frage, die an die bereits oben angesprochene anschließt: Wer braucht so etwas überhaupt?

Wenn Du überwiegend einen textbasierten Blog betreibst, dann brauchst Du den Visual Composer nicht und Du wirst wahrscheinlich auch noch nicht in die Situation gekommen sein, sich nach einem solchen Page Builder Plugin umzuschauen. Für das Schreiben von klassischen Blogbeiträgen wäre die Verwendung des VC auch nicht nur unnötig, sondern auch contra-produktiv. Was jeder ambitionierte Schreiber weiß: Aufwendige Gestaltungstools lenken vom eigentlichen Geschäft ab, also dem Schreiben und nicht dem Gestalten von Texten. Das gilt ja auch für das Schreiben von Texten, die nicht für die Homepage bestimmt sind. Es kommt hier nicht von ungefähr, dass die Programme, die sich dem ablenkungsfreien Schreiben verpflichtet fühlen, wie Pilze aus dem Boden sprießen. Das Verfassen längerer Texte für die eigene Homepage ist schon im hauseigenen WordPress-Editor nicht gerade ergreifend und in den Editoren des VC zusätzlich umständlich.

Auch wenn Du nur hier und da einmal eine besonders aufwendig gestaltete Seite oder einen solchen Beitrag erstellen und veröffentlichen möchtest, würde ich Dir nicht zum Visual Composer raten. Hier findest Du in der Plugin-Bibliothek von WordPress passende Lösungen, die auch noch kostenlos sind und die für einen solchen eingeschränkten Bedarf völlig ausreichen. Hier sei als ein erstes Beispiel die kostenlose Variante des SiteOrigin Page Builder erwähnt oder als zweites Beispiel die kostenlose Version des Elementor Page Builder genannt.

Gehörst Du aber zu jenen, die ihre Beiträge und/oder Seiten oft bis grundsätzlich besonders aufwendig gestalten möchten, dann ist der Visual Composer keine schlechte Wahl. Die große Zahl der zufriedenen Kunden und die vielen Topbewertungen sprechen hier eine mehr als deutliche Sprache. Das Plugin wird regelmäßig gewartet und mit neuen Features versorgt. Was will man mehr?

Benutzt Du einen Page Builder? Vielleicht sogar den Visual Composer? Oder was spricht Deiner Meinung nach gegen den Einsatz eines Page Builder? Teile Deine Erfahrungen mit und schreibe doch einen Kommentar.

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